Erst die Entzündung, dann die Depression?

Im Bereich der Psychiatrie schreitet die Suche nach Ursachen bestimmter Erkrankungen voran. Insbesondere die Schizophrenie, aber auch affektive Erkrankungen wie Depression und Manie sind Gegenstand intensiver Forschung.

Die These einer entzündlichen Ursache der Depression wird in einer aktuellen Studie der Uni Duisburg-Essen diskutiert, wie die ÄrzteZeitung berichtet. Nach dieser Untersuchung steigt der Botenstoff Interleukin-6 im Rahmen einer akuten Entzündung sowohl im Blut als auch im Liquor an. Der Anstieg im Liquor korrelierte dabei mit dem Auftreten und dem Schweregrad depressiver Symptome. Die Forscher überlegen jetzt, ob dieser Anstieg im Liquor direkt an der Entstehung einer Depression beteiligt sein könnte. Dies würde eventuell Rückschlüsse auf eine mögliche neue Behandlungsform affektiver Erkrankungen zulassen, da das Interleukin beispielsweise gezielt geblockt werden könnte.

Die Ergebnisse der Studie decken sich mit einer altbekannten Beobachtung aus der Praxis. Manche Patienten entwickeln depressive Phasen gehäuft nach körperlichen Erkrankungen. Ein ganz ähnlicher Auslöser ist übrigens auch (ungünstigerweise!) der Urlaub!
Körperlich-biologische Einflussfaktoren auf die Entstehung einer Depression sind seit Jahrzehnten im Fokus wissenschaftlicher Forschung, ebenso wie die Suche nach psychischen, sozialen und ökologischen Bedingungen.

Peter Teuschel

Beitragsbild © Eric Simard – Fotolia.com

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