Zwei Dinge, die uns großzügig machen

Großzügigkeit wird allgemein als positive Eigenschaft empfunden, während ihr Gegenteil, der Geiz, als unangenehm und unsympathisch gilt.

Eine neue Studie der Unis Lübeck und Bonn hat sich jetzt mit der Frage beschäftigt, welche Kriterien Einfluss auf die Generosität eines Menschen haben. Untersucht wurden 132 Männer. Sie sollten einige Personen benennen, zu denen sie eine unterschiedliche soziale Distanz haben, also z.B. den Ehepartner, einen Freund,  den Nachbarn oder einen Passanten auf der Straße.

Dann sollten die Versuchspersonen an diese verschiedenen Personen Geld verschenken. Dabei wurde zwei Gruppen gebildet: Die einen erhielten den Wirkstoff Oxytocin, die anderen Placebo. Zuvor wurde noch die Empathiefähigkeit mittels Fragebogen eingeschätzt.

Das Ergebnis war eindeutig: Männer waren unter dem Einfluss von Oxytocin deutlich großzügiger als unter Placebo. Dabei waren allerdings zwei Dinge bedeutsam:

  • Die Großzügigkeit bezog sich nur auf dem Probanden nahe stehende Personen
  • Die Oxytocin-Wirkung war von der Empathiefähigkeit abhängig

Bei sehr empathischen Menschen führte also das Oxytocin zu einer noch ausgeprägteren Großzügigkeit gegenüber nahe stehenden Menschen. Weniger empathische waren auch unter Oxytocin weniger großzügig. Die dem Probanden nicht nahe stehenden Menschen profitierten nicht von der Steigerung der Großzügigkeit unter Oxytocin.
Wem also prinzipiell Empathie fehlt, der wird auch nicht vom Oxytocin-Nasenspray sozialer.

Peter Teuschel

Beitragsbild © olgasun – Fotolia.com

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